Epson / Renesas
 
 
   
Mobile Video Interface
 
 
Epson und Renesas Technology entwickeln offenen Standard für das Mobile Video Interface

Die Seiko Epson Corporation (‚Epson') und die Renesas Technology Corp. haben gemeinsam Standard-Spezifikationen für das Mobile Video Interface entwickelt. Es handelt sich dabei um eine schnelle serielle Schnittstelle speziell für die Anzeige von Text und Grafik auf mobilen Kommunikationsgeräten. Nachdem sie die Arbeiten an dem neuen Standard abgeschlossen haben, wollen die beiden Unternehmen ihn als offenen Standard etablieren.

Die unlängst fertiggestellte Spezifikation wird lizenzfrei nicht nur den Entwicklern mobiler Applikationen, den Herstellern mobiler Geräte und weiteren Beteiligten der Mobil-Industrie, sondern auch anderen Halbleiterherstellern zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise sollen Partner von bedeutenden Unternehmen gefunden werden, um die Akzeptanz dieser Schnittstelle auf den Weltmärkten zu beschleunigen. Epson und Renesas Technology sind der Auffassung, dass die Verbreitung dieses neuen Standards eine noch einfachere Architektur für jene schnellen Datenübertragungen ergeben wird, die in der kommenden Generation mobiler Geräte wie zum Beispiel Mobiltelefonen erforderlich sein wird. Gleichzeitig verlängert die neue Interface-Spezifikation die Batterielebensdauer und senkt das EMI-Aufkommen. Zudem wird dadurch die Bedienung mobiler Geräte vereinfacht.

Merkmale des Mobile Video Interface
Das Mobile Video Interface ist eine schnelle serielle Schnittstelle, die der Verbindung zwischen verschiedenen Bauelementen in Mobiltelefonen und anderen mobilen Kommunikationsprodukten dient. Als offener Standard schafft dieses Interface die Voraussetzungen, um Mobiltelefone der nächsten Generation mit verschiedenen Zusatzfunktionen für den Anwender auszustatten.

Das Mobile Video Interface umfasst acht physikalische Signale: CLK +/-, DTO +/-, STB +/- und DTI +/-. Bei mobilen Kommunikationsgeräten, die neben dem Haupt-LCD noch ein Sub-Display besitzen, eignet sich diese Schnittstelle mit ihren sechs Interface-Leitungen besonders - im Gegensatz zu den 40 Adern konventioneller Schnittstellen zur Ansteuerung sowohl des Haupt als auch des Sub-Displays.

Vorstöße zur Verbreitung des Mobile Video Interface
Einzelheiten zum Mobile Video Interface werden nach und nach bekannt gegeben, wenn die beiden Unternehmen ihre marktorientierte Kampagne starten. Deren Ziel ist es, Partner bei maßgeblichen Unternehmen in Japan und auf der ganzen Welt zu finden.

Einsatz und Markteinführung
Die ersten Produkte werden das Mobile Video Interface Rev. 1.0 für den Anschluss von LCDs nutzen.
Für das vierte Quartal 2004 wird die Markteinführung von Produkten erwartet, bei denen eine Kamera über dieses Interface angeschlossen wird.
Für das erste Quartal 2005 sind dann Produkte mit Basisband-Links zu erwarten.
Die Einführung des Mobile Video Interface Rev. 2.0 mit Unterstützung für Datenübertragungsraten bis zu 400 MBit/s ist für das zweite Quartal 2005 vorgesehen.



Hauptmerkmale des Mobile Video Interface (Rev.1.0)

1. Einfache Schaltungskonfiguration
- Grundkonfiguration mit acht physikalischen Signalen (maximale Kabellänge: 20 cm)
- Synchronisierte Single-Ended-Taktung für den Datentransfer
- Schaltungskonfiguration kommt ohne targetseitige PLL-Funktion aus
- 8B/10B-Codierung ermöglicht Erkennung von Kommunikationsfehlern
- Da sich der Standard ausschließlich auf die Bit-Übertragungsschicht (Physical Layer) bezieht, besteht größtmögliche Flexibilität hinsichtlich des Designs der höheren Schichten.

2. Hohe Datenübertragungsraten
- Bis zu ca. 200 MBit/s je Kanal (maximal 200 MBit/s je Kanal in beiden Richtungen)
- Noch höhere Datenraten lassen sich durch Erhöhung der Kanalzahl erzielen (maximal ca. n x 200 MBit/s bei n Kanälen)
- Unterstützung für Voll und Halbduplex-Betrieb
- Bei vorwiegend unidirektionaler Kommunikation kann die Zahl der physikalischen Signale durch Halbduplex-Betrieb weiter reduziert werden
- Der Daten-Sendetakt kann auf der Target-Seite auf die optimale Übertragungsrate für die targetseitigen Operationen herabdividiert werden.

3. Niedrige Leistungsaufnahme und geringes EMI-Aufkommen
- Die LVDS-Technik mit Strom-Ansteuerung senkt die Leistungsaufnahme und das EMI-Aufkommen
- Power-down und Wake-up-Funktionen reduzieren die Leistungsaufnahme bei Nichtgebrauch des Bausteins.

Rahmenbedingungen für Partnerschaften
1. Core Member
Die Core Member entscheiden über die Spezifikation und haben Stimmrecht bei der Zulassung neuer Core Member (bisherige Core Member sind Epson und Renesas Technology).

2. Partner
Partner können ihre Ansichten mit den Core Membern austauschen und sich als Anwärter für die Ernennung zum Core Member anmelden. Ebenso können sie ein Design Kit erwerben, das unter anderem ein Design Manual mit einer Erläuterung zur Implementierung des Standards enthält.
3. SIG (Special Interested Group)
SIG-Mitglieder können den Standard beziehen.

http://www.renesas.com


© electronic-data 2003