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Nanotechnologien
sind Schrittmachertechnologien der Zukunft. Arbeitsgruppen
der TU Berlin haben im letzten Jahrzehnt internationale Pionierarbeit
bei der Entwicklung neuartiger Nanotechnologien geleistet.
Im Ergebnis dieser intensiven wie exzellenten Forschungsarbeit
entstand 1994, exakt vor zehn Jahren, der weltweit erste Quantenpunktlaser,
den die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Dieter Bimberg am Institut
für Festkörperphysik der Technischen Universität
Berlin gemeinsam mit dem Ioffe Institut des Nobelpreisträgers
2000 in Physik, Professor Zhores I. Alferov, entwickelte.
Um
diese Führungsrolle zu behaupten und auszubauen, hat
die TU Berlin am 16. Juni 2004 auf ihrem Campus ein Nanophotonikzentrum
in Betrieb genommen.
Das
Institut für Festkörperphysik der TU Berlin ist
zurzeit die größte halbleitertechnologische Ausbildungsstätte
Deutschlands mit ungefähr 150 Wissenschaftlern und Mitarbeitern.
Durch das neue Nanophotonikzentrum wird
die TU Berlin eine der wenigen Ausbildungsstätten dieser
Art in Deutschland sein, an der qualifiziertes und durch die
Industrie extrem nachgefragtes Personal auf diesen Gebieten
ausgebildet wird.
Durch
das Nanophotonikzentrum wurde nun die Infrastruktur geschaffen,
um basierend auf nanoepitaxischen Materialien sämtliche
notwendigen fortgeschrittenen Technologien zur Strukturierung
u. a. von
-
kanten- oder oberflächenemittierenden Lasern (vertical
cavity surface emitting laser - VCSEL) für Informations-
und Kommunikationstechnologien oder halbleiterlaserbasiertes
Fernsehen und
- Einzelphotonenemittern für die Quantenkryptografie
vollständig
zu entwickeln und gegebenenfalls Pilotlinien für derartige
Bauelemente herzustellen.
Auf
beiden Gebieten hat die TU Berlin die Chance, die nationale
Entwicklungsführerschaft zu übernehmen. Bisher fand
die Forschung und Entwicklung an derartigen neuartigen optoelektronischen
Bauelementen fast ausschließlich in Süddeutschland
statt. Prof. Dr. Dieter Bimberg: "Der in den letzten
zehn Jahren international am häufigsten zitierte Beitrag
in der für diese Gebiete wichtigsten Zeitschrift Electronic
Letters stammt aus dem Institut für Festkörperphysik.
Der damalige Doktorand Nils Kirstaedter, der im Rahmen dieses
Beitrages den weltweit ersten Quatenpunktlaser präsentierte,
erhielt hierfür 1994 den Carl-Ramsauer-Preis."
Da
nach übereinstimmenden Prognosen fast aller großen
in diesem Bereich arbeitenden Firmen der Welt die oberflächenemittierenden
Laser mit den heute verbreiteten kantenemittierenden Lasern
im nächsten Jahrzehnt in starke Konkurrenz treten werden,
wird die TU Berlin die Chance haben, mit dem Aufbau von Strukturierungstechnologien
oberflächenemittierender Nano-Laser eine führende
Rolle in der Welt einzunehmen. Für die TU Berlin wird
insgesamt eine Verdoppelung des momentanen Drittmittelbestandes
am Institut für Festkörperphysik auf mehr als 7
Millionen Euro erwartet.
Innovative
universitäre Ausbildungsgänge
Das
Institut für Festkörperphysik der TU Berlin ist
zurzeit die größte halbleitertechnologische Ausbildungsstätte
Deutschlands mit ungefähr 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
(Studierenden, Doktoranden, Nachwuchswissenschaftlerinnen
und Nachwuchswissenschaftlern, Ingenieurinnen und Ingenieuren
etc.). Mit der Einrichtung des Zentrums für Nanophotonik
hat sich die TU Berlin nicht nur der veränderten Bedarfsstruktur
anwendungsorientierter Ausbildung angepasst, sie reagiert
damit auch auf die extrem hohe Nachfrage seitens der Industrie
(zum Beispiel der Bereich Fiber Optics von Infineon in Berlin
oder kleine und mittlere Berliner Firmen) an qualifiziertem
Personal in den Bereichen der halbleiterbasierten Technologien
und Bauelemente. Die Absolventen werden Träger von Innovationen
sein und damit zu einer verbesserten Wertschöpfung regionaler
Unternehmen der Informations- und Kommunikationsindustrie
sowie der Optoelektronik-Industrie beitragen. Mit der Schaffung
innovativer universitärer Ausbildungsgänge für
die Informations- und Kommunikationsindustrie wird sie eine
der wenigen Ausbildungsstätten dieser Art in Deutschland
sein.
Zentrum
nationaler und europäischer Forschungsverbünde
Der
TU Berlin eröffnet sich damit die Chance, sowohl im Bereich
der Nano-Materialwissenschaften, wie auch im Bereich der optoelektronischen
Bauelemente ein führendes Zentrum beim Aufbau nationaler
und europäischer Forschungsverbünde und Netzwerke
zu sein, die u.a. die Gebiete Nanomaterialien, Optoelektronik
sowie Informations-, Kommunikations- und Displaysysteme verbinden.
Bereits
jetzt ist das Institut für Festkörperphysik der
TU Berlin Träger und Koordinator des nationalen Kompetenzzentrums
Nano-Optoelektronik, in dem 40 Hochschulen, Institute, Firmen,
Banken und andere Gesellschaften kooperativ zur Entwicklung
derartiger Technologien zusammenarbeiten. Es ist u. a. Träger
einer größeren Zahl von Forschungs- und Entwicklungsprojekten
der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung und der EU auf den Gebieten
nanotechnologischer Materialien und Bauelemente (Nanomat,
Dotcom). Dazu gehört das europäische Exzellenznetzwerk
SANDIE, das in den nächsten Wochen starten wird. Es ist
das einzige Projekt auf dem Gebiet der Halbleitertechnologie,
das im 6. Rahmenprogramm der EU bewilligt wurde. Das Institut
für Festkörperphysik nimmt zudem für die TU
Berlin die Sprecherfunktion eines regionalen Sonderforschungsbereichs
der Deutschen Forschungsgemeinschaft war, der sich mit theoretischen
und experimentellen Grundlagenaspekten des Wachstums von Nanostrukturen
und deren physikalischen Eigenschaften befasst.
Inkubator
für Firmenausgründungen
Die
TU Berlin wird in Zukunft verstärkt die Rolle eines Inkubators
für Firmenausgründungen auf dem Gebiet der optoelektronischen
Bauelemente und damit verknüpfter Technologien und Messtechniken
übernehmen können. Bereits jetzt haben die Ausbildungs-,
Forschungs- und Entwicklungsarbeiten des Instituts zu einer
ganzen Zahl von Ausgründungen beigetragen, welche teilweise
sehr erfolgreich sind und/oder Gründerwettbewerbe von
Berlin-Brandenburg gewannen.
Ausgründungen
aus dem Institut für Festkörperphysik
u2t Photonics AG
Herstellung von Photodetektoren; "Unsere Photodetektoren
eröffnen den Weg in die nächste Generation der optischen
Kommunikationssysteme, bei denen die Geschwindigkeit der Datenübertragung
um das Vierfache auf 40 Gigabit pro Sekunde erhöht werden
kann", erläutert u2t-Geschäftsführer Umbach.
Die Nachfrage nach derartigen Techniken wächst exponentiell,
die u2t in enger Kooperation mit dem Mutter-Institut HHI zu
befriedigen sucht. Während im HHI noch die Wafer und
Chips für die Photodetektoren hergestellt werden, baut
u2t die kompletten Module, die leistungssteigernd an die Glasfaserkabel
angeschlossen werden. u2t ist Inkubatornutzer.
Gründung: 1998
Gründer: Andreas Umbach, Günter Unterbörsch,
Dirk Trommer
Mitarbeiter: 26
Kontakt: u2t Photonics AG, Reuchlinstr. 10/11, 10553 Berlin,
Tel.: 030/726113500
E-Mail: contact@u2t.de; umbach@u2t.de
http://www.u2t.de
LayTec GmbH
Herstellung von optischen Sensoren für die Halbleitertechnik
-Reflektometer, Temperaturmessgeräte, Geräte zu
Schichtdickebestimmung. Diese Geräte werden genutzt bei
der Herstellung von Verbindungshalbleitern. Das Unternehmen
und das Institut für Festkörperphysik arbeiten derzeit
in zwei Projekten des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung zusammen (Gesamtförderung ca. 600.000 Euro),
u. a. im Rahmen des nationalen NanOp-Kompetenzzentrums, das
vom Institut koordiniert wird. Laytec war und ist Inkubatornutzer.
Gründung: 1999
Gründer: Dr. Jörg-Thomas Zettler, Dr. Kolja Haberland,
beide ehemals
Institut für Festkörperphysik und Dr. Markus Weyers
Mitarbeiter: 16 (angefangen mit 3)
Kontakt: LayTec GmbH, Helmholtzstr. 13/14, 10587 Berlin, Tel.:
030/31808236,
E-Mail: info@laytec.de
http://www.laytec.de
NSC-Nanosemiconductor GmbH
Das Unternehmen ist ein gemeinsames Spin-Out des Ioffe
Instituts in St.Petersburg (Russland) und der TU Berlin und
ist spezialisiert auf neuartige Produkte und Technologien
der Halbleiterindustrie. Die mittels der von NCS
patentierten Defect Reduction Technology und der
Quantum Dot-Nanotechnologien hergestellten Verbund-Halbleiter-Chips
stellen einen Durchbruch auf dem Gebiet der Hochleistungs-Opto-
und Mikroelektronik dar. Diese Technologien ermöglichen
eine höhere Leistungsfähigkeit als die heute verfügbaren
Verbund-Halbleiter. Das derzeitige Produktspektrum beinhaltet
Laser für den Einsatz im Telekommunikations- und Beleuchtungsbereich,
Hochleistungstransistoren sowie Technologien zur Herstellung
extrem heller Leuchtdioden.
Gründung: 2003
Gründer: Dr. Alexej Kovsh, Prof. Dr. Nicolai Ledentsov
(Nobelpreisträger
Prof. Dr. Zhores I. Alferov, Prof. Dr. Dieter Bimberg im Beratergremium)
Mitarbeiter: 12
NSC und die TU Berlin arbeiten zurzeit im Rahmen von nationalen
und europäischen Programmen (u. a. Dotcom und das europäische
Center of Excellence SANDIE) mit einem Bewilligungsvolumen
von über 1 Million Euro. NSC ist Inkubatornutzer.
Kontakt: NSC-Nanosemiconductor, Joseph-von-Fraunhoferstraße
13, 44227 Dortmund, Tel.: 0231/974270-00,
E-Mail: info@nanosemiconductor.com
http://www.nanosemiconductor.com
Lumics GmbH
Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung
von Halbleiterlasern.
Gründung: 2002
Mitgründer: Dr. Nils Kirstaedter (bei Prof. Dr. Bimberg
promoviert, Carl-Ramsauer-Preisträger 1994)
Mitarbeiter: 11 (angefangen mit 3). Lumics ist Inkubatornutzer
Kontakt: Lumics GmbH, Photonic Center, Carl-Scheele-Str. 16,
12489 Berlin, Tel.: 030/67806760,
E-Mail: info@lumics.com
http://www.lumics.com
SPECTRA COULEUR GmbH
Herstellung hochinnovativer Faserlasermodule, die rotes,
grünes und blaues Licht erzeugen können. Die miniaturisierten
Lasermodule finden ihren Einsatz in der Gentechnologie und
im medizinischen Bereich.
Gründung: 2002 (Sieger des Businessplan-Wettbewerbes
2002 Berlin-Brandenburg).
Gründer: Dr. Volker Gäbler, Dr. Christian Ribbat
Kontakt: SPECTRA COULEUR GmbH, Schwarzschildstrasse 6, 12489
Berlin, (Gründer-Technologiepark Adlershof), Telefon:
030/63921127,
E-Mail: service@spectracouleur.de
http:///www.spectra-couleur.de
ACTryon
Technologies
Bau von Laserquellen mit enorm hohen Geschwindigkeiten,
die bei der Produktion von hochfrequenten Bauelementen der
Kommunikationstechnik maßgebend sind.
Gründung: 2000 (Gewinner des Businessplan-Wettbewerbes
2001 Berlin-Brandenburg).
Gründer: Prof. Dr. Dieter Bimberg, Dr. Dieter Huhse,
Dr. Olaf Reimann
Mitarbeiter: 2
Kontakt: ACTryon Technologies, Stindestr. 27, 12167 Berlin,
Tel.: 030/40207673
Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Dieter
Bimberg, Institut für Festkörperphysik der TU Berlin,
Tel.: 030/314-22783, E-Mail: bimberg@physik.tu-berlin.de
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