Niemand betreibt in Europa mehr Zigarettenautomaten als
die tobaccoland Automatengesellschaft mbh & Co
KG, Mönchengladbach, Deutschland.
Rund 8 Milliarden Zigaretten werfen die 180.000 Automaten des
Unternehmens pro Jahr aus. Jede Sekunde kaufen Raucher 12 Zigarettenpackungen
an einem tobaccoland-Automaten. Insgesamt bilanzierte das Unternehmen
2003 einen Umsatz von 1,157 Milliarden Euro.
Marktführerschaft bei Zigarettenautomaten ist tobaccoland
aber nicht genug: Mit einem neuen Automatenkonzept, dem e-Loading-Automaten,
erobert das Unternehmen jetzt den Markt für den automatischen
Verkauf von virtuellen Waren.
Die Intelligenz für den e-Loading-Automaten steuert die
Kontron AG mit ihren ETX-Modulen bei.
Der Zigarettenhandel ist nicht die einzige Kernkompetenz von
tobaccoland, auch wenn er heute noch das Hauptgeschäftsfeld
des Unternehmens ist. Sie ließe sich erweiternd als „automatisiertes
Verkaufen von Massenwaren“ beschreiben. Basis für diese
Kernkompetenz ist das profunde Know-how im Automatengeschäft
und ein deutschlandweites Netz von Niederlassungen, um Verkaufsautomaten
zu befüllen und zu warten. Schon heute verkauft tobaccoland
neben Zigaretten Prepaid-Karten für Handys via Automaten.
tobaccoland entwickelt zurzeit die Automatentechnik fort, um
weitere Produkte über Outdoor-
und Indoor-Geräte zu verkaufen. Die neueste Innovation:
e-Loading-Automaten.
|
 |
Der
e-Loading-Automat – die
Technik
Das Grundprinzip des e-Loading-Automaten steckt schon
in seinem Namen: Er verkauft keine physikalischen Produkte
wie Zigaretten oder Prepaid-Karten, sondern digitalisierte
Waren und „virtuelle Rechte”. So dient er aktuell bereits
Prepaid-Telefonierern als Aufladestation für ihre
Karten. Zukünftig gehören zum elektronischen
Angebot darüber hinaus Produkte wie Klingeltöne
oder Tickets für Fußballspiele oder den Nahverkehr.
Eintritts- und Fahrkarten gibt er über einen integrierten
Drucker auf Sicherheitspapier aus. Der große Vorteil
von e-Loading-Automaten liegt auf Hand: Der riesige logistische
Aufwand für die Befüllung der Geräte entfällt
komplett, da sie über elektronischen Weg via Datenfernübertragung
abgewickelt wird. Jedes System ist über ein Funkmodem
drahtlos mit dem Zentralrechner verbunden. Über
diese Verbindung füllt tobaccoland die elektronischen
Waren nach, führt Software-Updates durch, überwacht
den Systemstatus und wartet die Automaten. Und da die
Hardware des Systems vor Ort weitgehend wartungsfrei
ausgelegt ist, benötigt der e-Loading-Automat nur
noch selten Besuch eines Mitarbeiters des Automatenbetreibers. |
Der e-Loading-Automat – das Prinzip und
der Nutzen
Äußerlich ähnelt der e-loading Automat einem
herkömmlichen Zigarettenautomaten. Im Straßenbild
fällt er durch sein ästhetisches Design auf. Mit
dem Kunden kommuniziert das System über einen 10,4-Zoll-Touchscreen,
der genauso robust und vandalensicher ist, wie die gesamte
Außenhaut.
Im Inneren des Systems arbeitet PC-Technologie der neuesten
Generation: Die Firma ies industrie-Elektronik Schmitz GmbH & Co
KG, Kierspe, Germany, hat in Zusammenarbeit mit tobaccoland
und dem Automatenhersteller Sielaff GmbH Herrieden einen Industrierechner
entwickelt, der für die Arbeit im e-Loading-Automat maßgeschneidert
ist.
Die Kriterien für das System waren anspruchsvoll: Die
Rechenkraft musste ausreichen, um die Grafikoberfläche
des 10,4-Zoll-Bildschirms be-dienungsfreundlich und flexibel
zu gestalten und um bei Bedarf Werbefilme abzuspielen. Die
Automaten möchte tobaccoland sehr flexibel ein-setzen:
Sie sollen mehrere Produkte gleichzeitig anbieten und innerhalb
kurzer Zeit für ein neues Sortiment programmierbar sein.
Für den Rechner bedeutet das, dass er mehrere Applikationen
gleichzeitig zu beherrschen hat und sich einfach auf neue Prozesse
umstellen lassen muss. Trotz aller Anforderungen an die Leistungsfähigkeit
musste die komplette Rechnereinheit lüfterlos konzipiert
werden, um den Automaten möglichst ausfallsicher
zu halten. Insgesamt musste die gesamte Hardware für einen
Rund-um-die-Uhr-Betrieb ausgelegt sein, der sich auch von den
härtesten klimatischen Bedingungen nicht beeinflussen
lassen darf. Darüber hinaus sollte das ganze System über
Jahre hinweg einfach an die technologische Entwicklung, sprich
den Fortschritt in der Prozessortechnik, angepasst werden können.
Computer-on-Modul: Konzentration auf das Wesentliche
Um diesen Anforderungskatalog nicht komplett selbst umsetzen
zu müssen und sich auf die Realisierung der„tobaccoland-relevanten” Funktionen
und Eigenschaften zu konzentrieren, griff ies für den
Rechnerkern des e-Loading-Automaten auf das Computer-on-Modul-Konzept
(COM) zurück, zu dem die Kontron Embedded Modules, Deggendorf,
ein komplettes Produktportfolio anbietet. Auf einem COM sind
der Prozessor und die passenden Chipsätze bereits integriert
und zu einer funktionsfähigen Einheit verschmolzen. Ausge-führt
sind nur bereits voll funktionsfähige Signa-le, die für
die Kommunikation benötigt werden. Die anwendungsspezifischen
Features befinden sich auf dem Baseboard, mit dem das COM rüt-telfest
verschraubt wird.
Kontrons lüfterlose ETX-Module sind bedarfsgerecht skalierbar
Die Kriterien für das „Rechnerherz” des e-Loading-Automaten
machten den Einsatz neueste PC-Technologie notwendig. Sie ist
in Embedded Systemen immer dann gefragt, wenn es wie im Falle
des e-Loading-Automaten darum geht, mehrere Applikationen flexibel
mit einem System auszuführen. Deshalb
entschied sich ies für die ETX-Modulbaureihe aus dem COM-Produktportfolio
von Kontron.
Die ETX-Module bringen lüfterlose PC-Funktionalität
auf 95 mm x 114 mm. ETX-COMs besitzen alle exakt den gleichen
Formfaktor, bieten aber eine reichhaltige Auswahl von Prozessoren:
vom aktuellen Pentium-M-Prozessor bis hin zu preiswerten Einsteigertypen
aller wichtigen Produzenten von PC-Prozessoren.
Die ETX-Module beschleunigten nicht nur Entwicklungsarbeit
für ies, die sich darauf konzentrieren konnte, das Baseboard
zu entwickeln und das Gesamtsystem in den e-Loading-Automaten
zu integrieren. Wichtiger für die Anbieter von Automaten
und Kiosksystemen ist, dass tobaccoland aufgrund der identischen
Formfaktoren der ETX-Boards seine Automaten ständig an
neuen Anforderungen und technische Entwicklungen anpassen kann,
ohne dass außer dem Austausch der ETX-Module irgendetwas
an den Automaten modifiziert werden muss und zwar während
der gesamten 10-jährigen Lebensdauer
der Systeme.
ETX ist als Standard zwar von Kontron entwickelt worden, ist
aber als anerkannter Standard offen gelegt und wird von der
herstellerunabhängigen ETX Industrial Group überwacht
und weiterentwickelt. Für die Kiosksystem-Hersteller
bedeutet dies, dass sie für ihre Systeme auf Module von
rund 50 Herstellern zurückgreifen können.
Über ies
Das mittelständische Unternehmen ies Industrie-Elektronik
Schmitz GmbH & Co. KG aus dem nord-rhein-westfälischen
Kierspe ist Systempartner und Distributor der Firma Kontron
und verfügt über 35 Jahre Erfahrung in der Mess-,
Prozesssteuerungs- und Automatisierungstechnik. Seit rund 10
Jahren ist es im Bereich der Embedded Computer Technologien
aktiv. Die Abkürzung „ies” steht auch für „intelligent
embedded systems”. Im Jahre 2004 hat ies allein mit Embedded
Computer Modulen und kundenspezifischen Entwicklungen auf Basis
der COM-Standards aus dem Hause Kontron einen Umsatz
von 2 Mio. Euro erzielt.
ies versteht sich als Veredler für
Kontron-Produkte und ermöglicht dank langjähriger
und enger Zusammenarbeit mit seinem Partner Kontron die Einsatzfähigkeit
industrieller Rechnersysteme auch in schwierigsten Einsatzfeldern.
Über Kontron
Die Kontron AG, gelistet im TecDAX30, ist mit mehr als 1700
Mitarbeitern einer der weltweit größten Hersteller
von Embedded Computer Technologie. Wir beliefern führende
OEMs und Systemintegratoren in verschiedensten Marktsegmenten
wie Daten-/ Telekommunikation, Automatisierung, Mobile Computing,
Gaming, Medizin-technik, Militär/ Aerospace, Messtechnik
und vielen mehr. Mit Kontron erreichen Sie als OEM eine schnellere
Produktentwicklung durch das breitgefächerte
Portfolio an innovativen Produkten und Serviceleistungen. Ziel
ist es, dem OEM-Kunden durch eine signifikante Reduzierung
des Time-to-Market deutliche Wettbewerbsvorteile zu verschaffen.
www.kontron.com
|