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PCI und CompactPCI in eine Automatisierungsplattform
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Wie man Formfaktorgrenzen pragmatisch überwindet
zeigt die Applikation, die die jeweiligen Vorteile
von PCI und CompactPCI kombiniert |
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Formfaktorgrenzen pragmatisch überwunden |
Kontron Industrial Control, die Automatisierunsspezialisten
der Kontron AG, haben gemeinsam mit der Kontron Embedded
Computers GmbH eine offene Computing Plattform geschaffen,
die die Vorteile von PCI mit denen von CompactPCI kombiniert.
Gleichzeitig wurde eine Lösung für Arbeitsplätze
die bis zu 30 Meter entfernt sein können geschaffen,
die neben Panel-Support auch bis zu 6 USB-Schnittstellen
bietet. Dieser Lösungsansatz, der erstmals bei einem
führenden Hersteller für Laserschneidemaschinen
zum Einsatz kommt, eignet sich auch für viele andere
Hersteller von Maschinen und Anlagen.
Vertreter einzelner Formfaktoren für die Embedded
Computer Technology, von denen es weltweit mehr als zwei
Dutzend gibt, sehen in ihren Standards oftmals die alleinige
Lösungsmöglichkeit. Dass zwischen Theorie und
Praxis oftmals jedoch eine Lücke klafft, ist vielen
Anwendern hinlänglich bekannt: So glaubt man heute
vielfach, dass CompactPCI zwar extrem robust, aber für
reine HMI-Rechner zu komplex und damit zu teuer sei.
Auf der anderen Seite sind PCI-basierte Boards und Erweiterungskarten
in industriellen Applikationen weit verbreitet und viele
Erweiterungskarten günstig zu haben, doch für
empfindliche Prozesse ohne Hotswap, und Redundanz nicht
stabil genug auslegbar und der frontseitige Austausch
der Baugruppen ist nicht gegeben. Beide Ansätze,
für sich betrachtet, bieten also auch unter einer
entsprechenden Kosten-Nutzen- Analyse keine praktikable
Lösung. Gleichzeitig wird die Automatisierungstechnik
zunehmend horizontal und vertikal vernetzt und Prozess-
und Steuerungsrechner müssen zunehmend mehr Funktionen übernehmen,
die nicht so zeitkritisch sind, wie deren ureigene Echtzeitanforderungen.
Und diese zusätzlichen Aufgaben könnten eigentlich
mit "einfacher" robuster Hardware umgesetzt werden. Dann
müsste man aber zwei Systeme nebeneinander pflegen,
was ökonomisch nicht sinnvoll ist.
Hat man die Vorteile beider Lösungsansätze
erkannt, stellt sich der Praktiker die Frage, warum man
nicht beide Vorteile miteinander vereinen kann. So auch
bei dem Laserspezialisten. Da CompactPCI auf PCI aufbaut
und damit die komplexeren Anforderungen erfüllt,
musste man folglich prüfen, ob PCI-Boards in CompactPCI
Systeme integrierbar sind. Da die Spezifikation von CompactPCI
hinsichtlich PCI nicht geändert wurde, ist dies
grundsätzlich möglich. Physikalisch passen
Standard PCI Karten im Halfsize-Format auch in 3 HE CompactPCI
Systeme. Was jedoch fehlt, ist ein physikalischer "Adapter" für
den Anschluss an die CompactPCI Backplane und ein elektronisches
Interface, das PCI- in CompactPCI-Signale umwandelt.
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PCI to CPCI Box
Umgesetzt wurde die PCI to CompactPCI-"Bridge" über
eine Box, die rückseitig ein CompactPCI-Interface
für die Backplane bietet und frontseitig mit vier
Schrauben arretiert wird. In der Box nimmt eine Art Motherboard
bis zu vier PCI-Baugruppen waagerecht auf, deren Interfaces
frontseitig zugängig sind. Damit sind PCI-Baugruppen über
ein CompactPCI Systemboard ansteuerbar und die Box genauso
komfortabel frontseitig austauschbar wie CompactPCI-Bauguppen.
Nur der Austausch im laufenden Betrieb ist nicht möglich,
da PCI-Baugruppen dieses Feature nicht unterstützen.
Aber diesen Nachteil nehmen Kunden gerne in Kauf, denn
jetzt kann jede handelsübliche PCI Karte in ein
CompactPCI System integriert werden. Voraussetzung hiefür
ist allerdings die PICMG 1.0 Kompatibilität. PICMG
1.0 ist der industrielle Standard für ISA/PCI basierte
Boards der Peripheral Component Inter Connect Industrial
Computer Manufacturers Group, die auch den CompactPCI
Standard entworfen hat.
Lange Leine für das Benutzerinterface
Die zweite große Herausforderung war die Anforderung,
dass der Arbeitsplatz für das HMI möglichst
flexibel sein sollte. Standardlängen von knappen
3 Metern für den Monitoranschluss hätten nicht
ausgereicht. Visualisierung über Ethernet wäre
selbst im Terminal-Modus zu komplex geworden und mit
weiteren Lizenzen und evtl. nicht unerheblichem Softwareentwicklungsaufwand
für das HMI verbunden gewesen. Folglich musste eine
Lösung gefunden werden, die das HMI unmittelbar
an das System ankoppelt und gleichzeitig weit genug absetzbar
macht. Hierfür entwickelte Kontron eine neue Lösung,
die das Überbrücken von bis zu 30 Metern bei
jedem IPC und jedem TFT-Display mit DVI- und USB-Schnittstellen
ermöglicht. Realisiert wird dieses offene "Long
Distance Monitor Interface" bei Kontron über eine
DVI- und eine USB-Schnittstelle sowie einen in den Rechner
zu integrierenden Long Distance Transmitter. Am zugehörigen
TFT-Monitor ist wiederum ein entsprechender Long Distance
Receiver untergebracht. Der Long Distance Transmitter
ist in jeden Rechner integrierbar. Der entsprechende
Long Distance Receiver wird als externe Komponente in
einer Box beim Monitor zwischen Kabel und Monitor angeschlossen.
Die Verbindung zwischen Long Distance Transmitter und
Receiver wird mit nur einem einzigen Kabel realisiert.
Um den Anforderungen der industriellen Automatisierungstechnik
gerecht zu werden, wurde neben der Übertragung der
Bild- und USB-Daten auch die Display-Versorgung integriert.
Einzig die analoge Ansteuerung wird nicht unterstützt,
da sie für den industriellen Bereich unbedeutend
ist. Zusätzlich wurde die im Automatisierungsbereich
häufig geforderte Anbindung des Touchpad über
USB realisiert. Trotz dieses Leistungspakets ist das
Kabel hochflexibel. Vorbereitet für den Einsatz
dieser Langen Leine sind 10" - 15" TFT-Monitore für
bis zu 30 Meter Entfernung. 17" - 19" TFT können
bis zu 15 Meter abgesetzt werden. Alle verwendeten Kontron
TFT-Monitore unterstützen Standard DVI (incl. DDC)
und USB Touch. Ein optionales Keyboard und Front-USB-Interface
runden das Featureset ab.
USB Hub integriert
Einen vollständigen Arbeitsplatz rund um den Monitor
wurde darüber hinaus durch den Ausbau des Long Distance
Receivers zu einem USB-Hub möglich, an den bis zu
6 USB 2.0 oder USB 1.1 kompatible Geräte angeschlossen
werden können. Von Keyboard und Mouse bis hin zu
Druckern, Festplatten und DVD-Laufwerken kann hier folglich
alles plug&play angeschlossen werden, was der Anwender
im täglichen Betrieb, bei der Inbetriebnahme oder
im Wartungsfall (z.B. Softwareupdates) benötigt.
Abgestimmte CompactPCI Performance
Neben dem CompactPCI-Gehäuse, der PCI-to-CPCI-Box
und den Long Distance Visualisierungskomponenten inklusive
Panel und USB-Hub kommen in der Lasersteuerung die Compact-PCI
CPU Baugruppe CP306-V zum Einsatz. Die 3 HE CompactPCI
CPU Board Reihe ist PICMG 2.0 kompatibel und basiert
auf dem 1,3 GHz schnellen Intel Celeron M Prozessor 320
mit 400 MHz Systembus. Gemeinsam mit dem CP303-V und
dem CP304 bildet das neue Produkt die Value-Line der
3-HE-CPU-Reihe, die für kostensensitive Applikationen
konzipiert ist und damit den Systemansatz des Laserspezialisten
ideal unterstützt. Über den gesockelten 479-pin µFC-PGA
Chip hinaus werden von Kontron in Zukunft weitere Celeron-Varianten
der Intel-(Embedded)-Roadmap angeboten. Neben der Skalierbarkeit
ist damit auch die Langzeitverfügbarkeit des CP306-V
gewährleistet. Als L2-Cache stehen dem passiv gekühlten
Prozessor 512 KByte zur Verfügung. Der Arbeitsspeicher
mit oder ohne ECC hat ein Volumen von bis zu 1GByte und
sitzt als DDR-SDRAM auf einem 200-Pin-SODIMM-Sockel.
Kommunikativ ist das Board umfassend gerüstet: In
der Version mit 4 TE breiter Frontplatte sind jeweils
eine DVI-, PS/2-, USB- und Fast-Ethernet-Schnittstelle
verfügbar, in der Version mit 8 TE breiter Frontplatte
kommen noch ein CompactFlash-Adapter, eine COM-Schnittstelle
und ein 2,5-Zoll-Festplatten-Träger hinzu, die gemeinsam
auf einem Mezzanine-Modul sitzen. Alternativ können über
den Rear-I/0-Connector J2 ein PS/2-Port, eine CRT-VGA-Schnittstelle,
zwei USB-2.0-Schnittstellen, zwei COM-Interfaces (COM1/COM2
TTL) und ein Fast-Ethernet-Anschluss zur Backplane geführt
werden. Die Rear-I/O-Erweiterungsbaugruppe CP-RIO3-03
von Kontron ermöglicht dabei den Zugriff auf diese
Schnittstellen von der Gehäuserückseite. Über
EIDE ATA 33 kann zudem eine Festplatte angekoppelt werden.
Software-Support wird unter anderem für Windows
XP, XP Embedded und 2000, Linux und VxWorks geboten.
Dieses praxisnahe Systemdesign ist ein Beispiel für
kundenorientierte Systemdesigns auf Basis von offenen
Standards, die den Anwendernutzen und nicht den Formfaktor
in den Vordergrund stellen. Kontron hat es sich zur Aufgabe
gemacht, solche praxisnahen Lösungen über alle
Formfaktorgrenzen hinweg umzusetzen und so offene Automatisierungsplattformen
zu schaffen, die die jeweiligen Vorteile von Teillösungen
ohne Scheuklappendenken zu einer praxisnahen Gesamtlösung
kombinieren. Hierbei kann auf das gesamte Produktportfolio
der Kontron AG zurückgegriffen werden, so dass die
Lösung stets aus einer Hand kommt. |
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Extrem robuste RAID1 kompatibleSpeicherlösung
Bei Hochgeschwindigkeits-Laserschneidemaschinen
werden Werkstücke von mehren Tonnen bisweilen
unsanft zugeführt und entnommen. Darüber
hinaus werden im Bearbeitungsprozess schwere Lasten über
Servomotoren verfahren und abrupt gestoppt. Die Maschine
entwickelt so eine permanente Eigendynamik, die sich
auch auf den Systemrechner überträgt. Der
sensibelste Bereich im System ist dabei der Plattenspeicher.
Um diesen gegen Stöße und Schwingungen
resistent zu machen verfügt das System über
Stahlschlingenaufhängungen, die die Festplatten
von Gehäuse mechanisch entkoppeln. Zusätzlich
wurden RAID1 kompatible, redundante Spiegel-Festplatten
(Redundant Array of Inexpensive Disks Level 1 (Mirrowing)
eingebaut. Fällt eine Festplatte aus, greift
das System automatisch auf das identische Abbild
auf der Spiegelfestplatte zurück.
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CompactPCI Gehäuse
Neben CPU-Baugruppen fertigt Kontron auch eigene
CompactPCI Systemgehäuse. Das bei einem führenden
Hersteller für Laserschneidemaschinen eingesetzte
4 HE Gehäuse basiert auf der CP-Pocket-Linie,
die im mechanischen Design besonders für kostensensitive
Applikationen ausgelegt ist. Hierfür wurden
kostenintensive Standard-Raster-Bohrungen auf das
wesentliche reduziert. Darüber hinaus wird das
System nicht verschraubt sondern genietet. Gleichzeitig
ist die Systemlösung sehr robust und ergonomisch
• Die RAID1 kompatible, redundante Spiegel-Festplatte
ist über eine Stahlschlingenaufhängung
stoßabsorbierend implementiert.
• Die redundanten Lüfter in der 1HE System-Schublade
können ohne jegliches Werkzeug im laufenden
Betrieb ausgewechselt werden. Bei Lüfterausfall
senkt die CPU-Baugruppe automatisch die Taktfrequenz,
um eine Überhitzung des Systems auszuschließen.
• Die integrierte
Power Supply unterstützt USV-Funktionen
für das System sowie weitere über einen
weiteren Ausgang auch für sonstige Peripherie.
Bei längerem
Ausfall der Spannung gewährleistet sie im Zusammenspiel
mit dem CPU-Board auch das geordnete Herunterfahren
und Ausschalten des Systems |
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